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Identitt im bergang: Kant (en Alemán)
Manfred Sommer (Autor) · Suhrkamp · Tapa Blanda
Quedan 10 unidades
$ 36.36berzugehen von einem Zustand zu einem anderen: das ist die Grundfigur, in der sich das Leben vollzieht. Unsere Identitt aber ist nicht nur das, was wir trotz aller bergnge wahren, sondern auch und vor allem das, was wir in ihnen, immer neu, zu gewinnen suchen. Freilich: schon der erste bergang des Lebens - der ins Leben - wird uns gewaltsam angetan. Geboren werden heit: ungefragt anfangen mssen. Und die Kontingenz dieses Anfangs prgt alles, was mit ihm angefangen hat. Wie wir, obgleich so zum Leben gezwungen, zuletzt doch auch zwanglos und frei am Leben zu bleiben vermgen: dies will Kant uns verstndlich machen. Moralisch sein heit: dem zuflligen Anfang nachtrglich zuzustimmen und das aufgentigte Dasein selbstttig fortzufhren.
Kant hat exemplarisch gezeigt, wie Handlungsregulierung und Kontingenzaneignung systematisch ineinandergreifen. Dies ist ein Mastab fr jede Moralphilosophie: Es gengt eben nicht, Normen unseres Handelns zu rechtfertigen; es mu auch einsichtig werden, wie wir es mit dem aufnehmen knnen, was wir als Gegeninstanz unseres Handelns erleben, wie es uns also gelingen kann, mit dem Zufall zu leben: mit dem, der uns trifft, und, schwerer noch, mit dem, der wir selber sind.
Der Erschlieung dieser Gedanken Kants gilt dieser Versuch, seine Texte phnomenologisch zu interpretieren, also die begriffliche Rekonstruktion an die anschauliche Deskription zurckzubinden. Dann lt sich die formale Theorie der Identitt verstehen als Resultat der Selbstbesinnung handelnder Subjekte, als Entfaltung dessen, was in ihrem Bewutsein an unabweisbaren Forderungen und notwendigen Unterstellungen impliziert ist.
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