Reseña del libro "Kriegsbriefe Gefallener Studenten (en Alemán)"
Vor Verdun, Freitag, den 18. Februar 1916, abends [am Vorabend seiner tödlichen Verwundung]. Im Sanitätsunterstand, wo wir für einen Tag in Reserve liegen, herrscht eine erstickende Hitze. Der Raum ist gestopft von Menschen; drau en Regen wie immer. Vorhin kam die Nachricht, da der Angriff weiter um 24 Stunden verschoben, und bald darauf die Parole, da er nunmehr auf den 20. festgesetzt sei. Das scheint definitiv zu sein, trotzdem keine Aussicht auf eine Besserung des Wetters besteht. Übrigens soll es mit Tornister gehen, unter Zurücklassung alles Entbehrlichen. - Ich nehme Abschied von Euch, Ihr geliebten Eltern und Bruder, aus tiefstem, übervollem Herzen; Dank, innigen Dank für alles, was Ihr an mir getan. - Sollte ich bleiben, so tragt es, ich bitte Euch herzlich, mit Fassung; - bedenkt, da ich doch wohl nie zu einem vollen Glück und Zufriedenheit gelangt wäre, vielleicht wäre bis zum Ende ein klaffender Ri durch mein Leben hindurchgegangen: Der Widerspruch zwischen Wollen und Können, Streben und Gelingen, Sehnen und Wirklichkeit, die Tragik halbbegabter Naturen, die sich durch ewige Selbstkritik, da ihnen der Weg zum schöpferischen Gestalten für immer verschlossen bleibt, im langen Zersetzungsproze zugrunde richten. Ich bin ja von Hause aus ein Melancholiker. Und auch von Dir nehme ich heute Abschied, geliebter Freund, mein Friedel; sollte ich bleiben, so bedenke, da Edlere, Wertvollere als ich dem dumpfen Verhängnis der Rassen zum Opfer fielen; Du wei t es, da ich ungern, sehr ungern sterben würde, aber es steht nicht in meiner Macht. - Wir hätten noch schöne köstliche Jahre miteinander genie en können, vielleicht müssen wir darauf verzichten. Halte auch Du Dich aufrecht, sollte Dir die Kunde von meinem Tode kommen, and ehre mein Gedächtnis im ferneren rücksichtslosen Streben nach Erkenntnis, der Erkenntnis, wie wir sie miteinander verstanden haben, die vor keinem Abgrund zurückschreckt, der keine Wahrheit zu furchtbar ist. Das intellektuelle Gewissen bleibe auch künftig Deine und unsere Scham. Lebt wohl. Ihr wi t und kennt die, die meinem Herzen nahegestandcn, und Ihr werdet auch ihnen meine Abschiedsgrü e sagen. - Und so lösche ich denn mein Dasein aus in Gedanken am Vorabend der furchtbaren Schlacht und denke mein Selbst hinweg aus dem teuren Kreise, dem es als geliebtes Glied angehören durfte. - Auch die Lücke, die ich hinterlassen würde, mu sich schlie en - der unendliche Reigen der Geschöpfe lä t sich nimmer beirren -, ich segne ihn...