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Systemwechsel in Osteuropa (en Alemán)
Klaus Von Beyme (Autor) · Suhrkamp · Tapa Blanda
Quedan 10 unidades
$ 42.81Klaus von Byeme untersucht den seit 1989 sich in Osteuropa vollziehenden Systemwechsel und vergleicht diesen Proze mit den drei frheren Wellen von Demokratisierung in Europa in diesem Jahrhundert: der ersten Demokratisierungswelle nach dem Ersten Weltkrieg, der zweiten nach dem Zweiten Weltkrieg, der dritten in den siebziger Jahren.
Der Systemwechsel von 1989 zeigt zwar einige Analogien zu den ersten drei Demokratisierungsprozessen Europas im 20. Jahrhundert (1918 ff., 1945 ff., siebziger Jahre). Aber die Differenzen berwiegen: Nie zuvor hat ein gestrztes Regime so tiefe Nachwirkungen in den neuen Systemen entwickelt. Selbst die Intelligenz, die gegen den brokratischen Sozialismus rebelliert hat, war teils in ihm kompromittiert worden und teils zeigte sie in der Ideologie positive und negative Fixierungen auf den Sozialismus. Die Kontinuitt der Eliten wird sich im Rckblick als grer erweisen als bei frheren Regimenderungen. Der doppelte Systemwechsel in Politik und Wirtschaft erlaubte Teilen der alten Nomenklaturklasse das berleben in anderen Sektoren, vor allem in der Wirtschaft. Im Verfassungssystem und in den Parteisystemen zeigen sich Elemente der Kontinuitt politischer Krfte. Da die Sozialdemokraten kaum irgendwo Erfolg hatten, bernahmen die Reformkommunisten ihre Funktionen. Die Arbeiterschaft war die grte Gruppe der Gesellschaft, die keine adquate Reprsentanz im Parteisystem fand. Die zu Sozialisten gemauserten Kommunisten konnten erstmals Chancen entwickeln, zu einer freien und akzeptierten Vertretung der Arbeiterklasse zu werden, nachdem sie vierzig bzw. siebzig Jahre mit diesem Vertretungsanspruch propagandistischen Mibrauch getrieben hatten. In einigen Lndern sind die kommunistischen Nachfolgeparteien inzwischen abgewhlt worden (Albanien 1992, Bulgarien 1991). Die Analyse der Anstze zu einer neuen politischen Kultur zeigt starke Relikte eines etatistischen und sozialistischen Denkens, wie es im alten Regime eingebt worden war - bei verbaler Ablehnung des realen Sozialismus durch die Mehrheit der Brger.
Der Sozialismus war trotz seiner diktatorischen Deformation keine vllig irrationale Form der Herrschaft, wie die rechten und faschistischen Diktaturen, die in frheren Systemzusammenbrchen untergingen. Der wissenschaftliche Sozialismus in seiner marxistischen Form wird schwerlich wieder zu beleben sein. Der moralische Impetus, aus dem der politische Sozialismus entstand, wird vermutlich neue Formen hervorbringen, wenn Armut und soziale Ungerechtigkeit zunehmen.
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